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"Bücher zur Teezeit"

Jeden vierten Donnerstag im Monat im Café Naschkatze, Flechtdorfer Str. 1, 16.30 Uhr.

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Presse-Echo 2020

 

Korbach - Eine berührende Geschichte von Vertreibung und Flucht, die im Korbacher Ortsteil Eppe endet, wird in dem Stück „Sahras Wege“ erzählt, und die Erzählerin spielt ihre Rolle dabei selbst. Die Stadtbücherei Korbach und der Freundeskreis „Lesebändchen“ hatten zu einer außergewöhnlichen Lesung eingeladen.

Korbach - Die neuesten Bücher stellen Mitglieder des Vereins Lesebändchen eigentlich jeden Monat bei einem Treff in gemütlicher Runde vor. Weil das in der der Zeit Corona-Krise nicht möglich ist, haben sich die Mitglieder etwas einfallen lassen: Jetzt werden die neuesten Schmöker im Video vorgestellt.

Korbach - Ohne Zwang lesen, Spaß am Lesestoff haben und dabei doch mal stärker über die Bücher nachdenken: Die Stadtbücherei Korbach steigt ins Sommerleseprojekt „Ich bin eine Leseratte“ für Schüler der dritten bis sechsten Klassen ein.

Korbach - Corona verhinderte den Besuch im März. Nun kann die Veranstaltung mit der Literatur- und Reisejournalistin Bernadette Conrad endlich nachgeholt werden - und zwar als Klappstuhl-Lesung auf der Freilichtbühne in Korbach.

Korbach - Die Journalistin und Schriftstellerin Bernadette Conrad hat ihr im Gespräch mit Cornelia Funke entstandenes Buch „Groß und stark werden“ zum Thema Erziehung am Sonntag im Korbacher Bürgerhaus vorgestellt.

Korbach - Am Mittwoch, 7. Oktober, liest Bartholomäus Grill, vielen bekannt von Artikeln in Spiegel, Zeit und Süddeutscher Zeitung, aus seinem neuen Buch „Wir Herrenmenschen - Unser rassistisches Erbe: Eine Reise in die deutsche Kolonialgeschichte“.

 

Sahras Wege

Waldeckische Landeszeitung | Lokales | 03.03.2020

Außergewöhnliche Lesung über eine Flucht in der Korbacher Stadtbücherei

VON HANS PETER OSTERHOLD

Korbach - Eine berührende Geschichte von Vertreibung und Flucht, die im Korbacher Ortsteil Eppe endet, wird in dem Stück „Sahras Wege“ erzählt, und die Erzählerin spielt ihre Rolle dabei selbst. Die Stadtbücherei Korbach und der Freundeskreis „Lesebändchen“ hatten zu einer außergewöhnlichen Lesung eingeladen.

„Ich wohne jetzt in Eppe, mein Weg dorthin war sehr lang“, so erzählt Sahra ihre eigene Lebensgeschichte: „Nicht wissen, was kommt,… immer wieder zu Fuß,,… kaum Pausen, ….nur weiter.“ Sie wird dabei in Wechsellesung unterstützt vom Theaterkreis der katholischen Gemeinde.

Zusammen mit ihrer Mutter und Schwester waren sie aus den Wirren Afghanistans nach Teheran geflohen und dort bei Verwandten untergekommen. Da Sahras Vater ermordet worden war, wollte der Onkel seine Nachfolge antreten. Das ging für Sahras Mutter gar nicht, und somit machten sie sich auf den beschwerlichen Weg Richtung Europa.

1 800 000 Schritte, 5000 Kilometer, schwankende Temperaturen bis minus 10 Grad, viele Länder, wechselnde Lager. Zunächst ging es 2500 Kilometer zu Fuß bis nach Istanbul. Dort gab es viele trostlose Tage im Lager zu überstehen. Mit dem Schiff ging es weiter, niemand konnte schwimmen. Wieder Entbehrungen, handeln mit Schleusern, defektes Boot. Warten, Hunger und Durst, Hygienemängel. Endlich in Griechenland, dann über die Balkanroute nach Wien. Dann Aufnahmelager in Gießen, Kassel und schließlich die Endstation: Eppe.

Das war Ende 2016. Mittlerweile haben sie sich gut eingelebt. Sie sind liebevoll aufgenommen worden. Sahra spricht fließend deutsch. Sie geht zur Schule und hat sich im neuen Leben gut zurechtgefunden.

In Eppe bekam sie Kontakt zu Jens Lessing, der die Theatergruppe der katholischen Gemeinde leitet. Gemeinsam haben sie sich auf einer Landkarte den Fluchtweg angeschaut. Entstanden ist das Stück unter Lessings Regie innerhalb von drei Tagen während der 72-Stunden-Aktion 2019, einer deutschlandweiten Aktion des Bundes der katholischen Jugend.

Das bewegende Stück wurde bereits bei verschiedenen Veranstaltungen vorgetragen und fand stets große Beachtung. In der Korbacher Stadtbücherei diente die große Treppe in der Mitte zusätzlich als Kulisse. Die acht Kinder und Jugendlichen bewegten sich hin und her, von oben nach unten, waren konzentriert bei der Arbeit. Sie lasen nicht nur, sie trugen vor, gingen ihre Rollen innerlich mit.

Die Beschreibungen von „Sahras Wegen“ wurden immer wieder mit direkten Sprechszenen angereichert und erhielten vom Publikum viel Applaus.

 

 

Waldeckische Landeszeitung | Lokales | 16.06.2020

 

Neue Schmöker im Video statt im Café

Verein Lesebändchen stellt Bücher derzeit online vor

Korbach - Die neuesten Bücher stellen Mitglieder des Vereins Lesebändchen eigentlich jeden Monat bei einem Treff in gemütlicher Runde vor. Weil das in der der Zeit Corona-Krise nicht möglich ist, haben sich die Mitglieder etwas einfallen lassen: Jetzt werden die neuesten Schmöker im Video vorgestellt.

Im heimischen Garten hat Marie-Luise Lindenlaub zusammen mit Gerhardt Wagner bislang mehrere Videos unter dem Motto „Bücher zur Teezeit“ aufgenommen. Fünf bis sieben Minuten lang sind die Filmchen etwa, in denen nicht nur der Inhalt der Bücher präsentiert wird, sondern auch Wichtiges drumherum. Wer Interesse an den Werken hat, kann sie sich dann auch gleich in der Stadtbücherei ausleihen.

Doch nicht nur darum kümmert sich der Förderverein der Stadtbücherei. Jeden Tag werden auch die beiden Bücherzellen am Berndorfer Tor aufgeräumt und kontrolliert. Bis zu 500 Bücher - Romane, Lexika und Sachbücher - finden sich darin. In einer Zelle für Erwachsene, in einer für Kinder und Jugendliche. Jeder könne sich dort Bücher einfach mitnehmen, zurückgebracht werden müssen sie nicht, sagt Lesebändchen-Vorsitzender Manfred Weinreich. Wer möchte, könne aber auch ausrangierte Bücher für andere dort ablegen. Und der Zuspruch sei sehr gut, sagt Weinreich. Die Bücherzellen würden fleißig genutzt.

Damit die alten Telefonzellen auch optisch wieder ansprechend sind, hat sie jetzt ein Maler aus Lengefeld frisch angestrichen. Auch wenn die Nachfrage gut ist: Weitere Standorte für Bücherzellen seien nicht geplant, sagt der Vorsitzende. Die Arbeit für die Ehrenamtlichen sei einfach zu groß.

Wer sich die Buchempfehlungen auf Video anschauen möchte, findet sie auf der Internetseite www.lesebändchen-korbach.de. Dort gibt es auch weitere Informationen zum Verein.

 

 

Waldeckische Landeszeitung | 01.07.2020

Kleine Kritiker gesucht

Korbach - Ohne Zwang lesen, Spaß am Lesestoff haben und dabei doch mal stärker über die Bücher nachdenken: Die Stadtbücherei Korbach steigt ins Sommerleseprojekt „Ich bin eine Leseratte“ für Schüler der dritten bis sechsten Klassen ein. Mädchen und Jungen sind eingeladen, mit acht Titeln ihren „Kritikerverstand“ zu stärken und sich kreativ-künstlerisch mit ihnen auseinanderzusetzen.

Sechs Bücher hat die Hessische Leseförderung ausgewählt und dazu Materialien und Broschüren zur Verfügung gestellt, zwei weitere Bücher wurden in Korbach ausgewählt. Finanziert wird das Projekt mit Unterstützung des Rotary-Clubs Korbach-Bad Arolsen und des Freundeskreises der Bücherei, „Lesebändchen“.

Zur Auswahl gehören dünne wie dicke Bücher, Romane wie Sachbücher, erklärt Bücherei-Leiterin Susanne Zimmerer. Je sechs Exemplare sind in der Bibliothek zu haben. Dazu kriegen Kinder bei Anmeldung eine Broschüre, in der sie Fragen zum Inhalt beantworten. Zudem können sie ihre eigenen Gedanken zum Lesestoff niederschreiben oder ein passendes Bild malen. Für ausgefüllte Broschüren, interessante Besprechungen und gelungene Bilder winken Preise wie Büchergutscheine.

Kinder entdecken die Welt über Bücher, sagt Lesebändchen-Vorsitzender Manfred Weinreich. „Und gerade in Corona-Zeiten ist es wichtig, das Thema Bildung in den Vordergrund zu stellen“, befindet Bürgermeister Klaus Friedrich. Andreas Schwarzer, Präsident des Rotary-Clubs, hebt besonders den Ansatz hervor, Kinder zu kritischem Denken zu ermuntern: „Das Internet bietet so viele Unwahrheiten und ,Fake News‘. Es ist wichtig, Kinder so zu erziehen, dass sie Meldungen kritisch bewerten können.“ Richtig lesen zu lernen, sei der erste Schritt, nicht auf Täuschungen reinzufallen, bekräftigt Anette Pries, Schriftführerin des Lesebändchens, das die Bücherei fortwährend unterstützt, Veranstaltungen wie Lesungen organisiert und auch die mit Büchern zum Mitnehmen gefüllten Telefonzellen am Berndorfer Tor betreut.

Für das Projekt „Ich bin eine Leseratte“ wird in der Regel eine Bücherei pro Region ausgewählt, Korbach ist zum dritten Mal dabei. Der Startschuss fiel gestern mit der Klasse 4b der Westwallschule, die mit Projektleiterin Monika Weber gleich einstieg.

Die Auswahl ist groß: So gibt es Geschichten über spontan spannend werdende Ferien, die „Familie Flickenteppich“ oder das Sammeln verbotener Bücher, und auch einen Besuch auf der Pariser Weltausstellung von 1900 wird beschrieben. Bis 9. Oktober können Broschüren, Zeichnungen oder Basteleien in der Stadtbücherei abgegeben werden. Wenn die Corona-Lage es zulässt, sind alle Teilnehmer am Samstag, 31. Oktober, zu einem Lesefest eingeladen.  wf/red

 

Waldeckische Landeszeitung | 20.08.2020

Gespräche mit Star-Autorin Cornelia Funke

Korbach - Corona verhinderte den Besuch im März. Nun kann die Veranstaltung mit der Literatur- und Reisejournalistin Bernadette Conrad endlich nachgeholt werden - und zwar als Klappstuhl-Lesung auf der Freilichtbühne in Korbach.

Die Stadtbücherei, der Verein Lesebändchen und die Buchhandlung Thalia laden zu einem Gespräch mit Bernadette Conrad am Sonntag, 30. August, um 16.30 Uhr ein. Anette Pries, Vorstandsmitglied des Lesebändchens, wird das Gespräch mit der Autorin führen.

Als die Journalistin im Frühjahr 2015 die Star-Autorin Cornelia Funke zum Interview in Los Angeles traf, wollte sie eigentlich nur Fragen zu deren neuem Buch stellen. Aber dann entstand aus der beruflichen Begegnung ein Gespräch unter Müttern. Gibt es Kindheit heute überhaupt noch? Versagt der alte Zauber freien Spielens in der Natur vor der Magie von YouTube und Instagram? - Diese Unterhaltung gab den Anstoß zu einem Buch.

Cornelia Funke, neben Joanne K. Rowling die erfolgreichste Jugendbuchautorin und somit einflussreichste „Mit-Erzieherin“ der Welt, äußert sich zu den Chancen und Gefahren des Internets, dem zunehmenden Leistungsdruck in der Schule und dem stetigen Schwinden natürlicher Freiräume. Streifzüge durch Funkes Erfolgsromane und weitere Kindheitsliteratur ergänzen die Gespräche darüber, was die Eltern aktuell besonders herausfordert - und wie sie die Kinder fördern können, in dieser Welt „groß und stark“ zu werden.

Bernadette Conrad, 1963 in Stuttgart geboren, arbeitet als Literatur- und Reisejournalistin unter anderem für „Die Zeit“, die Neue Zürcher Zeitung und das Schweizer Radio SRF 2 Kultur. Zuletzt erschienen von ihr „Die kleinste Familie der Welt“ und „Die vielen Leben der Paula Fox“ (2011, C. H. Beck). Nach vielen Jahren am Bodensee lebt Conrad heute mit ihrer 19-jährigen Tochter in Berlin. Zusammen sind sie schon viel durch die Welt gereist, wenn die Journalistin auf Recherchetour für ihre Geschichten war. Weitere Einblicke findet man zum Beispiel auch auf dem Blog: Mutter-und-Kind.blog unter der Rubrik Schatzkiste für kleinste Familien.

Cornelia Funke ist eine der bekanntesten deutsch Kinder- und Jugendbuchautorinnen, die sich durch ihre Bücher „Tintenherz“, „Tintenblut“, „Tintentod“ oder die „Reckless“-Trilogie auch international einen Ruf erworben hat. Viele ihrer Bücher wurden bereits verfilmt. Fast jedes Kind kennt wohl „Hände weg von Mississippi“, „Tintenherz“, „Herr der Diebe“ oder „Die wilden Hühner“.

Um bei der Veranstaltung längere Wartezeiten am Eingang zu vermeiden, beginnt der Einlass bereits um 15.30 Uhr. Besucher werden gebeten, sich eigene Sitzgelegenheiten wie etwa Klappstühle mitzubringen, da die Bänke in der Freilichtbühne nicht aufgebaut sind.  red

Eintrittskarten für die Klappstuhl-Lesung gibt es zum Preis von zehn Euro ab sofort in der Stadtbücherei und bei Thalia.

 

Waldeckische Landeszeitung | 04.09.2020

Kinder sollen reale Erfahrungen machen

VON ARMIN HENNIG

Korbach - Die Journalistin und Schriftstellerin Bernadette Conrad hat ihr im Gespräch mit Cornelia Funke entstandenes Buch „Groß und stark werden“ zum Thema Erziehung am Sonntag im Korbacher Bürgerhaus vorgestellt.

Am Anfang des Projekts mit der „einflussreichsten Mit-Erzieherin der Welt“ stand der spontane Wunsch der damals 14-jährigen Tochter, doch einmal ihre Lieblingsautorin zu treffen, wenn man schon mal in Los Angeles sei. Der frisch erschienene dritte Teil des „Reckless“-Zyklus von Cornelia Funke erwies sich dabei als idealer Türöffner. In der Reihe um märchenhafte Parallel-Welten hinter dem Spiegel hatte die Erfolgsautorin auch den Tod ihres Mannes (2006) und die Ängste als allein erziehende Mutter verarbeitet. Beim Treffen fanden beide Autorinnen eine gemeinsame Ebene: Die Sorgen und Einflussmöglichkeiten von Müttern in einer Welt, die sich so sehr von der von anderen Freiräumen und Erfahrungsmöglichkeiten geprägten eigenen Kindheit unterscheidet.

Mehrstündige Streifzüge durch die Umgebung mit Freunden oder im Alleingang sind kein Thema mehr, dank verändertem Risikobewusstsein stehen Kinder heute unter stärkerer Beobachtung durch Technik oder Eltern, die jede Viertelstunde nach dem Rechten sehen.

Beim Freiraum Reich der Fantasie verdrängen elektronische Medien mehr und mehr das Buch. Für Cornelia Funke lässt sich keine Entwicklung mehr zurückdrehen, Mütter müssen lernen, ihren Kindern bei der Suche nach dem eigenen Weg zu vertrauen. Gerade Ben, der Sohn der Erfolgsautorin erwies sich dabei als harte Probe. Er hat sich als Teenager auch Herausforderungen gesucht, die für berechtigte Ängste bei Müttern gut sind: Extremsportarten und Experimente mit Drogen. „Kinder suchen sich immer ihre Freiräume, unter den aktuellen Bedingungen ersetzen Streifzüge durch das Internet mehr und mehr die Abenteuer in der Nachbarschaft“, in diesem Punkt ist sich Bernadette Conrad mit ihrer Kollegin absolut einig.

Sie will aber bei den prägenden Erfahrungen möglichst wenig an die digitalen Medien abgeben: „Den Speicher aus den Erfahrungen der Kindheit kann einem keiner mehr nehmen. Ein Grundstock an realen Erfahrungen sollte auf jeden Fall bestehen. Kinder unter zehn Jahren brauchen so vieles andere mehr als digitale Welten. Es wird aber zweifellos ein Nebeneinander geben.“

Glückliche Eltern bezeichnet Bernadette Conrad als eine wichtige Voraussetzung für ein harmonisches Aufwachsen.

 

Waldeckische Landeszeitung | 29.09.2020

„Wir Herrenmenschen – Unser rassistisches Erbe“

Lesung mit Autor und Journalist Bartholomäus Grill in der Kilianskirche

Korbach - Am Mittwoch, 7. Oktober, liest Bartholomäus Grill, vielen bekannt von Artikeln in Spiegel, Zeit und Süddeutscher Zeitung, aus seinem neuen Buch „Wir Herrenmenschen - Unser rassistisches Erbe: Eine Reise in die deutsche Kolonialgeschichte“.

Zu der Veranstaltung laden das „Lesebändchen Korbach - Freundeskreis der Stadtbücherei“ und die Stadtbücherei Korbach in die Kilianskirche ein. Beginn ist 19 Uhr, Einlass bereits ab 18 Uhr. Karten sind im Vorverkauf für zehn Euro bei der Buchhandlung Thalia und bei der Stadtbücherei zu erwerben.

Die deutschen Kolonien. Dieses Kapitel unserer Geschichte ist beunruhigend aktuell, wie Bartholomäus Grill zeigt. Und das nicht nur im Bewusstsein der Afrikaner selbst - etwa der Nachfahren der Herero, die heute Entschädigung für Gräueltaten der Deutschen fordern -, sondern auch in unseren eigenen Köpfen.

Der Journalist, einer der besten deutschen Afrika-Kenner, hat in den vergangenen drei Jahrzehnten an allen Schauplätzen des ehemaligen Kolonialreichs recherchiert, er hat mit den letzten Augenzeugen gesprochen, den Nachkommen von Tätern wie Opfern.

Grill verfolgt akribisch die Spuren der deutschen Fremdherrschaft in Afrika, China und der Südsee und beschreibt unser rassistisches Erbe: Das Herrenmenschentum prägt nach wie vor unser Denken, die Klischees von den „bedrohlichen Afrikanern“ oder „hilflosen Entwicklungsländern“ wirken fort - gerade in den Zeiten verstärkter Flucht und Migration.

Bartholomäus Grill, 1954 in Oberaudorf am Inn geboren, studierte Philosophie, Soziologie und Kunstgeschichte. Ab 1993 berichtete er als Korrespondent der Zeit aus Afrika, seit Anfang 2013 ist er Afrika-Korrespondent des Spiegels, wo er zuletzt über den Putsch in Mali schrieb. Beim Siedler-Verlag ist sein Bestseller „Ach, Afrika“ (2003) erschienen. Im Jahr 2006 wurde er für eine Reportage über den Tod seines Bruders mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis ausgezeichnet. red Foto: Rößler/pr


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