"Bücher zur Teezeit"

Jeden dritten Donnerstag im Monat im Café Naschkatze, Flechtdorfer Str. 1, 16.30 Uhr.

Fällt aus Sicherheitsgründen bis auf weiteres aus.

Wird ab 24. April vorläufig in Form von Online-Videos weitergeführt.

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Die nächsten Termine

30. August 2020
Wie Kinder stark werden
16:30 Uhr, Freilichtbühne Korbach - Klappstuhllesung

 

Presse-Echo 2020

 

Korbach - Eine berührende Geschichte von Vertreibung und Flucht, die im Korbacher Ortsteil Eppe endet, wird in dem Stück „Sahras Wege“ erzählt, und die Erzählerin spielt ihre Rolle dabei selbst. Die Stadtbücherei Korbach und der Freundeskreis „Lesebändchen“ hatten zu einer außergewöhnlichen Lesung eingeladen.

Korbach - Die neuesten Bücher stellen Mitglieder des Vereins Lesebändchen eigentlich jeden Monat bei einem Treff in gemütlicher Runde vor. Weil das in der der Zeit Corona-Krise nicht möglich ist, haben sich die Mitglieder etwas einfallen lassen: Jetzt werden die neuesten Schmöker im Video vorgestellt.

Korbach - Ohne Zwang lesen, Spaß am Lesestoff haben und dabei doch mal stärker über die Bücher nachdenken: Die Stadtbücherei Korbach steigt ins Sommerleseprojekt „Ich bin eine Leseratte“ für Schüler der dritten bis sechsten Klassen ein.

 

Sahras Wege

Waldeckische Landeszeitung | Lokales | 03.03.2020

Außergewöhnliche Lesung über eine Flucht in der Korbacher Stadtbücherei

VON HANS PETER OSTERHOLD

Korbach - Eine berührende Geschichte von Vertreibung und Flucht, die im Korbacher Ortsteil Eppe endet, wird in dem Stück „Sahras Wege“ erzählt, und die Erzählerin spielt ihre Rolle dabei selbst. Die Stadtbücherei Korbach und der Freundeskreis „Lesebändchen“ hatten zu einer außergewöhnlichen Lesung eingeladen.

„Ich wohne jetzt in Eppe, mein Weg dorthin war sehr lang“, so erzählt Sahra ihre eigene Lebensgeschichte: „Nicht wissen, was kommt,… immer wieder zu Fuß,,… kaum Pausen, ….nur weiter.“ Sie wird dabei in Wechsellesung unterstützt vom Theaterkreis der katholischen Gemeinde.

Zusammen mit ihrer Mutter und Schwester waren sie aus den Wirren Afghanistans nach Teheran geflohen und dort bei Verwandten untergekommen. Da Sahras Vater ermordet worden war, wollte der Onkel seine Nachfolge antreten. Das ging für Sahras Mutter gar nicht, und somit machten sie sich auf den beschwerlichen Weg Richtung Europa.

1 800 000 Schritte, 5000 Kilometer, schwankende Temperaturen bis minus 10 Grad, viele Länder, wechselnde Lager. Zunächst ging es 2500 Kilometer zu Fuß bis nach Istanbul. Dort gab es viele trostlose Tage im Lager zu überstehen. Mit dem Schiff ging es weiter, niemand konnte schwimmen. Wieder Entbehrungen, handeln mit Schleusern, defektes Boot. Warten, Hunger und Durst, Hygienemängel. Endlich in Griechenland, dann über die Balkanroute nach Wien. Dann Aufnahmelager in Gießen, Kassel und schließlich die Endstation: Eppe.

Das war Ende 2016. Mittlerweile haben sie sich gut eingelebt. Sie sind liebevoll aufgenommen worden. Sahra spricht fließend deutsch. Sie geht zur Schule und hat sich im neuen Leben gut zurechtgefunden.

In Eppe bekam sie Kontakt zu Jens Lessing, der die Theatergruppe der katholischen Gemeinde leitet. Gemeinsam haben sie sich auf einer Landkarte den Fluchtweg angeschaut. Entstanden ist das Stück unter Lessings Regie innerhalb von drei Tagen während der 72-Stunden-Aktion 2019, einer deutschlandweiten Aktion des Bundes der katholischen Jugend.

Das bewegende Stück wurde bereits bei verschiedenen Veranstaltungen vorgetragen und fand stets große Beachtung. In der Korbacher Stadtbücherei diente die große Treppe in der Mitte zusätzlich als Kulisse. Die acht Kinder und Jugendlichen bewegten sich hin und her, von oben nach unten, waren konzentriert bei der Arbeit. Sie lasen nicht nur, sie trugen vor, gingen ihre Rollen innerlich mit.

Die Beschreibungen von „Sahras Wegen“ wurden immer wieder mit direkten Sprechszenen angereichert und erhielten vom Publikum viel Applaus.

 

 

Waldeckische Landeszeitung | Lokales | 16.06.2020

 

Neue Schmöker im Video statt im Café

Verein Lesebändchen stellt Bücher derzeit online vor

Korbach - Die neuesten Bücher stellen Mitglieder des Vereins Lesebändchen eigentlich jeden Monat bei einem Treff in gemütlicher Runde vor. Weil das in der der Zeit Corona-Krise nicht möglich ist, haben sich die Mitglieder etwas einfallen lassen: Jetzt werden die neuesten Schmöker im Video vorgestellt.

Im heimischen Garten hat Marie-Luise Lindenlaub zusammen mit Gerhardt Wagner bislang mehrere Videos unter dem Motto „Bücher zur Teezeit“ aufgenommen. Fünf bis sieben Minuten lang sind die Filmchen etwa, in denen nicht nur der Inhalt der Bücher präsentiert wird, sondern auch Wichtiges drumherum. Wer Interesse an den Werken hat, kann sie sich dann auch gleich in der Stadtbücherei ausleihen.

Doch nicht nur darum kümmert sich der Förderverein der Stadtbücherei. Jeden Tag werden auch die beiden Bücherzellen am Berndorfer Tor aufgeräumt und kontrolliert. Bis zu 500 Bücher - Romane, Lexika und Sachbücher - finden sich darin. In einer Zelle für Erwachsene, in einer für Kinder und Jugendliche. Jeder könne sich dort Bücher einfach mitnehmen, zurückgebracht werden müssen sie nicht, sagt Lesebändchen-Vorsitzender Manfred Weinreich. Wer möchte, könne aber auch ausrangierte Bücher für andere dort ablegen. Und der Zuspruch sei sehr gut, sagt Weinreich. Die Bücherzellen würden fleißig genutzt.

Damit die alten Telefonzellen auch optisch wieder ansprechend sind, hat sie jetzt ein Maler aus Lengefeld frisch angestrichen. Auch wenn die Nachfrage gut ist: Weitere Standorte für Bücherzellen seien nicht geplant, sagt der Vorsitzende. Die Arbeit für die Ehrenamtlichen sei einfach zu groß.

Wer sich die Buchempfehlungen auf Video anschauen möchte, findet sie auf der Internetseite www.lesebändchen-korbach.de. Dort gibt es auch weitere Informationen zum Verein.

 

 

Waldeckische Landeszeitung | 01.07.2020

Kleine Kritiker gesucht

Korbach - Ohne Zwang lesen, Spaß am Lesestoff haben und dabei doch mal stärker über die Bücher nachdenken: Die Stadtbücherei Korbach steigt ins Sommerleseprojekt „Ich bin eine Leseratte“ für Schüler der dritten bis sechsten Klassen ein. Mädchen und Jungen sind eingeladen, mit acht Titeln ihren „Kritikerverstand“ zu stärken und sich kreativ-künstlerisch mit ihnen auseinanderzusetzen.

Sechs Bücher hat die Hessische Leseförderung ausgewählt und dazu Materialien und Broschüren zur Verfügung gestellt, zwei weitere Bücher wurden in Korbach ausgewählt. Finanziert wird das Projekt mit Unterstützung des Rotary-Clubs Korbach-Bad Arolsen und des Freundeskreises der Bücherei, „Lesebändchen“.

Zur Auswahl gehören dünne wie dicke Bücher, Romane wie Sachbücher, erklärt Bücherei-Leiterin Susanne Zimmerer. Je sechs Exemplare sind in der Bibliothek zu haben. Dazu kriegen Kinder bei Anmeldung eine Broschüre, in der sie Fragen zum Inhalt beantworten. Zudem können sie ihre eigenen Gedanken zum Lesestoff niederschreiben oder ein passendes Bild malen. Für ausgefüllte Broschüren, interessante Besprechungen und gelungene Bilder winken Preise wie Büchergutscheine.

Kinder entdecken die Welt über Bücher, sagt Lesebändchen-Vorsitzender Manfred Weinreich. „Und gerade in Corona-Zeiten ist es wichtig, das Thema Bildung in den Vordergrund zu stellen“, befindet Bürgermeister Klaus Friedrich. Andreas Schwarzer, Präsident des Rotary-Clubs, hebt besonders den Ansatz hervor, Kinder zu kritischem Denken zu ermuntern: „Das Internet bietet so viele Unwahrheiten und ,Fake News‘. Es ist wichtig, Kinder so zu erziehen, dass sie Meldungen kritisch bewerten können.“ Richtig lesen zu lernen, sei der erste Schritt, nicht auf Täuschungen reinzufallen, bekräftigt Anette Pries, Schriftführerin des Lesebändchens, das die Bücherei fortwährend unterstützt, Veranstaltungen wie Lesungen organisiert und auch die mit Büchern zum Mitnehmen gefüllten Telefonzellen am Berndorfer Tor betreut.

Für das Projekt „Ich bin eine Leseratte“ wird in der Regel eine Bücherei pro Region ausgewählt, Korbach ist zum dritten Mal dabei. Der Startschuss fiel gestern mit der Klasse 4b der Westwallschule, die mit Projektleiterin Monika Weber gleich einstieg.

Die Auswahl ist groß: So gibt es Geschichten über spontan spannend werdende Ferien, die „Familie Flickenteppich“ oder das Sammeln verbotener Bücher, und auch einen Besuch auf der Pariser Weltausstellung von 1900 wird beschrieben. Bis 9. Oktober können Broschüren, Zeichnungen oder Basteleien in der Stadtbücherei abgegeben werden. Wenn die Corona-Lage es zulässt, sind alle Teilnehmer am Samstag, 31. Oktober, zu einem Lesefest eingeladen.  wf/red


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